Im Vorfeld der am Donnerstag beginnenden Sportministerkonferenz gehen die Innenminister weiter auf Konfrontationskurs gegenüber Fußballfans. Mithilfe gefühlter Wahrheiten, haltloser Behauptungen und Drohungen machen die Innenminister Herbert Reul (CDU) und Armin Schuster (CDU) öffentlich Stimmung. Der zuletzt versprochene Dialog mit Fans auf Augenhöhe fehlt weiterhin.
So hatte nicht nur der bisherige IMK-Vorsitzende Ulrich Mäurer (SPD) noch Anfang Dezember einen Dialog mit den Fans angekündigt, sondern auch Schuster selbst machte ein solches Angebot. Nichts dergleichen wurde jedoch eingehalten – weder der versprochene Dialog noch die nötige Transparenz bei der Erarbeitung nächster Schritte. Ganz zu schweigen von einer wirklichen Teilhabe von Fanvertretungen. Stattdessen präsentieren sich Reul und Schuster in der Öffentlichkeit weiterhin als unnachgiebige Hardliner. Behauptungen, dass jedes Wochenende Spiele wegen Pyro unterbrochen würden oder Menschen dadurch verletzt werden, entbehren jeglicher Grundlage. Auch die Aussage, jeden Samstag und Sonntag würde seitens der Fans in die ausgestreckte Hand geschlagen werden, irritiert in diesem Zusammenhang massiv. Gleichzeitig nehmen Repressionen gegen Fans immer weiter zu, ohne jede Selbstkritik der Polizei. Schon jetzt zählen wir 32 überzogene und gewalttätige Übergriffe von Einsatzkräften gegen Fans in dieser Saison und es sind noch rund ein Viertel der Spiele zu absolvieren.
Danny Graupner vom Dachverband der Fanhilfen e. V. zeigt sich daher ernüchtert vom bisherigen Prozess: „Anstatt sich an eigene Zusagen zu halten und den Worten auch Taten folgen zu lassen, stellen die Innenminister lieber Fans öffentlich an den Pranger. Sie verweigern sich dem Dialog und der versprochenen Transparenz. Erneut verspielt hier die Politik das Vertrauen von Fußballfans und damit von zahlreichen wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern. Dieses Vorgehen ist schlicht beschämend! Die weiterhin auf dem Tisch liegenden realitätsfernen Vorschläge zu Verschärfungen, beispielsweise personalisierte Eintrittskarten und Gesichtsscanner an den Eingängen, müssen endlich zurückgenommen werden. Nur eine konstruktive und entlang der Fakten gemeinsam mit Fans geführte Debatte kann zu tragfähigen Lösungen führen.“
