Saisonbericht 2025/2026: Zunehmende Polizeigewalt gegenüber Fußballfans bereitet Anlass zur Sorge

Die Saison 2025/2026 war erneut von regelmäßiger Polizeigewalt und anderen unverhältnismäßigen Maßnahmen gegenüber Fußballfans geprägt. Noch nie musste der Dachverband der Fanhilfen so viele Vorfälle beleuchten, wie in der vergangenen Spielzeit. Von der Champions League bis hinunter zur 6. Liga wurden Übergriffe gegen Fans dokumentiert, bei denen die Polizei überzogen hart gegen Fußballfans vorgegangen ist.

Fußballfans werden bereits bei der Anreise von massiven Polizeiaufgeboten empfangen, begleitet und überwacht. Sie werden teilweise am Stadionbesuch gehindert oder müssen sich Nacktkontrollen unterziehen. Dabei bleibt die Lage in den Stadien sowie auf den Anreisewegen selbst laut polizeieigenen Statistiken sicher.

Danny Graupner, Sprecher des Dachverbandes wird daher deutlich: „Fans ausdrücklich immer nur als Sicherheitsrisiko zu begreifen, ist schlicht eine Verkennung der Tatsachen. Vielmehr bedarf es endlich eines echten Dialoges auf Augenhöhe. Dieser bleibt trotz anderslautender Versprechungen seitens Politik und Verbänden weiterhin aus!“

Es braucht Transparenz sowie Teilhabe und ganz sicher keine Deals hinter verschlossenen Türen, wie in der Vergangenheit. Entscheidungen über die Köpfe von Fans hinweg sind nicht mehr zeitgemäß und einer Demokratie nicht würdig. Forderungen, wie die Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien können daher nur als ein Irrweg der Vergangenheit verstanden werden. Entsprechend lehnen wir die angekündigten, repressiven Maßnahmen ab und fordern alle Beteiligten erneut zum Dialog auf.

Anstatt immer mehr Repressionen und Gesetzesverschärfungen zu fordern, sollte endlich ein Umdenken bei Hardlinern in Polizei und Innenpolitik einsetzen. 

„Die deutschen Stadien sind Festungen von Demokratie und Meinungsfreiheit. Die zunehmende Gewalt seitens der Polizei bereitet uns hier große Sorgen. Es gilt Fankultur als das zu begreifen, was sie ist: ein bereicherndes und nicht mehr aus deutschen Stadien wegzudenkendes Stück Fußball, das maßgeblich dazu beiträgt, dass hunderttausende Menschen verschiedenster Couleur Wochenende für Wochenende wie nirgendwo sonst zusammenkommen. Fußball und Fankultur stiften Identität sowie Zusammengehörigkeitsgefühl in Zeiten immer weiter voranschreitender gesellschaftlicher Polarisierung und Abkapselung.“ so Danny Graupner abschließend.